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Im Rahmen der heutigen Veranstaltung „Antibiotika-Einsatz in der
Nutztierhaltung – aber wie?“ auf der Grünen Woche nahm der
Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), Dr.
Hans-Joachim Götz, wie folgt Stellung: „Wir brauchen mehr
Transparenz und bessere Monitoringsysteme. Wir brauchen aber keine
Skandalisierung, sondern einen sachgerechten Umgang mit dem Thema,
damit sehr schnell weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung
eingesetzt werden.”
Laut Götz sind Dispensierrecht und somit die kontrollierte
Überwachung von Medikamentenabgabe und Behandlung von Tierbeständen
durch den Tierarzt dringend notwendig, wenn der Einsatz von
Antibiotika in der Nutztierhaltung zum Wohl von Mensch und Tier
verringert werden soll. Ein Wegfall des tierärztlichen
Dispensierrechts wird nur die größeren Betriebe fördern und
keinesfalls automatisch zu einer Verringerung des Einsatzes von
Antibiotika führen. Ohne wird es weniger Kontrollen geben,
Medikamente werden teurer und die Überwachung des Einsatzes von
Antibiotika wird erschwert.
Die Leiterin der Abteilung Agrarpolitik beim BUND, Reinhild
Benning, sagte: “Es muss auf Betriebsebene erhoben werden, wie
viele Antibiotika verabreicht werden.” Außerdem tritt der BUND
dafür ein, dass Betriebe in Deutschland erheblich kleiner werden
sollen, auch wenn das mit höheren Lebensmittelpreisen verbunden
ist.
Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernähung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hans-Michael Goldmann, FDP,
erklärte: „Der Ausschuss wird alles dafür tun, dass der
Antibiotika-Einsatz reduziert wird. Aber wir müssen uns um
Fachlichkeit bemühen. Der Einsatz von Antibiotika in der
Tiermedizin liegt weit hinter dem in der Humanmedizin zurück.
Tierärzte verabreichen aus meiner Sicht völlig zu recht Medikamente
an Tiere. Ich bin strikt dagegen, dass das Dispensierrecht für
Tierärzte abgeschafft wird. Den Einsatz von Medikamenten bei
kranken Tieren hat der Fachmann bzw. die Fachfrau zu entscheiden
und die Tierärzte sind gut und richtig dafür ausgebildet. Wir
wollen wesentlich weniger Antiobiotika einsetzen, aber wir wollen
auch, dass die Tierärzte die Schaltstelle der Medikamentenabgabe
sind.“
Zu dem häufig herangezogenen Argument, in anderen Ländern wie
Dänemark werden weniger Antibiotika verabreicht, äußerte sich der
Präsident der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Dr. Gerhard
Greif: “Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die geringeren
eingesetzten Mengen gerade von Antibiotika in Dänemark damit zu tun
haben, dass dort das Schwermetall Zink zur Verhinderung von
Krankheiten in hoher Dosierung eingesetzt wird. Zink kann
Krankheiten wie Durchfall verhindern, bei deren Auftreten wir in
Deutschland Antibiotika verabreichen müssen, weil es bei uns
schlicht und ergreifend verboten ist.”
(Anmerkung des bpt: Laut Europäischer Arzneimittelagentur ist der
Antibiotikaverbrauch beispielsweise in den Niederlanden und in
Frankreich erheblich höher als in Deutschland.)
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