Tierarzt Fellbach - Der ältere Hund und die ältere Katze http://www.tierarzt-fellbach.de/der-aeltere-hund-und-die-aeltere-katze-das-sollten-sie-wissen.html
Der ältere Hund und die ältere Katze - das sollten Sie wissen
Was ist Altern?
Altern ist nicht mit einem Wort zu erklären.
Eine Vielzahl von Einflüssen bedingt, dass Lebewesen altern müssen.
Altern ist nicht dasselbe wie Krankheit, auch wenn im Alter
Krankheiten häufiger auftreten. Ein Merkmal ist, daß
Körperfunktionen in ihrer Leistungsfähigkeit abnehmen und daher
eine höhere Anfälligkeit für Erkrankungen besteht. Nicht nur die
Empfänglichkeit ist erhöht, sondern auch die Genesung dauert
länger.
Wie beim Menschen gibt es bei Tieren typische
Alterserkrankungen, die nicht zu heilen, sondern nur zu lindern
sind. Die Altersbeschwerden für das Tier so erträglich wie möglich
zu gestalten sollte das gemeinsame Anliegen von Tierbesitzer und
Tierarzt sein.
Alt und
gesund !
Alter und Krankheit sind also nicht
gleichzusetzen. Um den Zustand "alt und gesund" möglichst lange zu
bewahren sind rechtzeitige Untersuchungen nötig. Ab wann sind
Haustiere "alt"? Als Faustregel lässt sich sagen, dass die sehr
kleinen Hunderassen sich etwa so verhalten wie (die ungefähr gleich
großen) Katzen. Meist ist erst ab 10 Jahren mit Altersbeschwerden
zu rechnen. Weiter gilt, je größer der Hund, um so schneller altert
er. Für Riesenrassen ist dies oft schon ab dem 6. Lebensjahr der
Fall. Die Vorsorgeuntersuchung ist extrem wichtig. Es gilt:
"Vorbeugen ist besser (und leichter!) als Heilen." Da viele
Veränderungen als "Altersverschleißerscheinungen" nicht zu heilen
sind, müssen sie rechtzeitig erkannt und gemildert
werden.
Ab wann sind Untersuchungen
sinnvoll?
Kleine Hunde ab ca. 8 bis 10 Jahren, große Hunde
ab ca. 5 Jahren
Hauskatzen ab ca. 8 bis 10 Jahren.
Ähnlich wie für den älteren Menschen werden auch
für Tiere regelmäßige Gesundheitskontrollen empfohlen. Nach
Absprache mit Ihrem Tierarzt sollte mit den Untersuchungen begonnen
werden, bevor die individuelle Altersgrenze Ihres Tieres erreicht
ist. Mit der Karte in diesem Prospekt können Sie sich von Ihrem
Tierarzt an die fällige Routineuntersuchung erinnern lassen.
Zunächst ist meist nur eine gründliche Untersuchung durch den
Tierarzt nötig. Eventuell werden Blutuntersuchungen erforderlich.
So können erste Veränderungen früh erkannt und wenn nötig genauer
untersucht werden. Die Untersuchungsergebnisse werden von Ihrem
Tierarzt sorgfältig aufgehoben. So liegen gute Vergleichswerte vor,
mit denen man später auftretende Veränderungen besser erkennen und
bewerten kann.
Altersbeschwerden
Bestimmte Veränderungen treten bei unseren Hunden und Katzen im
Alter häufiger auf. Die folgende Aufzählung zeigt wichtige
Beispiele.
Die Aufnahme und Verdauung von Futter
wird schwieriger
das Gebiss wird schlechter
Magen u. Darm arbeiten langsamer
Leber u. Nieren sind weniger
belastbar.
Die Fitness lässt
nach
die Muskeln werden schwächer
es kommt zu Gelenkverschleiß
die Herzleistung nimmt ab
es können chronische Atmungsprobleme
auftreten.
Die Sinneswahrnehmungen lassen
nach
Geruchssinn und Gehör (beide für den Hund sehr
wichtig)
Geschmack und Sehfähigkeit
Erinnerungsvermögen
Ältere Tiere sind
anfälliger
für Tumorerkrankungen und hormonelle
Probleme
Die Untersuchung des alten
Tieres
Falls Ihr Tierarzt das Tier nicht von klein auf
kennt, sollten Sie ihn über alle Erkrankungen und Behandlungen
informieren. Falls Sie ältere Laborwerte besitzen, sollten Sie ihm
diese aushändigen. Es wird dann eine gründliche allgemeine
Untersuchung erfolgen. Urin und Blut können auf die wichtigsten
Werte untersucht werden. Ihr Tierarzt kann nach dem Vorbericht und
der ersten Untersuchung am besten entscheiden, welche Werte
untersucht werden sollten. Zunächst sind meist einige Leber- und
Nierenwerte ausreichend. Falls Veränderungen auftreten, können
weitere Untersuchungsmaßnahmen besprochen werden.
Die Ernährung des alten
Tieres Der Verdauungstrakt lässt in seiner
Leistungsfähigkeit nach und sollte deshalb unterstützt werden. Die
beiden wichtigsten Grundregeln sind, so oft wie möglich zu füttern
(wenn es geht, mindestens 3x täglich) und auf hochwertiges, leicht
verdauliches Futter zu achten.
Futtermenge reduzieren
Das alte Tier braucht etwa 1/3 weniger Energie als das junge. Zum
einen nimmt die Muskelmasse ab und zum anderen bewegt sich das Tier
weniger. Übergewicht ist daher oft ein Altersproblem, wenn die
Fütterung unverändert bleibt. Aber auch Untergewicht ist möglich,
wenn die Futteraufnahme gestört ist (Gebißschäden oder ähnliches).
Gewichtsverlust kann auch mit inneren Erkrankungen und Schmerzen
zusammenhängen und sollte daher immer ein Grund sein, eine
Kontrolluntersuchung durch den Tierarzt vornehmen zu
lassen.
Hochwertiges Futter
verwenden
Besonders Eiweiße belasten den Stoffwechsel durch ihre
Abbauprodukte. Dies ist bei hochwertigen und gut verdaulichen
Eiweißen wie zum Beispiel in Ei, Geflügel (Vorsicht, Knochen!) und
Fisch nur wenig der Fall. Der zunehmenden Darmträgheit kann man mit
Ballaststoffen begegnen, die zum Beispiel in Gemüse, Obst, und
Weizenkleie enthalten sind.
Mineralstoffe und
Vitamine
Mineralstoffe werden im Alter nicht vermehrt gebraucht. Der
Vitaminbedarf steigt zwar für einige Vitamine an, die heutigen
Futtermittel enthalten aber meistens genug, um den Bedarf zu
decken.
Spezielle Diäten
Wenn bei den Laboruntersuchungen veränderte Werte festgestellt
werden, sind unter Umständen spezielle Diäten nötig, die Sie über
Ihren Tierarzt beziehen können. Mittlerweile sind viele
verschiedene Diäten (z.B. Nierendiäten) als Fertigfutter
erhältlich.
Ein Wort zum Schluss In
Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt können viele Altersbeschwerden
durch Laboruntersuchungen frühzeitig erkannt und gemildert werden.
Wenn zum Beispiel die jährlichen Impfungen anstehen, kann Ihr
Tierarzt bei Hund und Katze schon in mittleren Jahren mit
Vorsorgeuntersuchungen beginnen. Ein langes und beschwerdefreies
Leben unserer Tiere sollte uns etwas Zeit und Geld wert sein. Ein
Tipp zum Schluss: Ein zusätzliches angeschafftes junges Tier ist
keine Zurücksetzung des alten. Im Gegenteil, das junge Tier bringt
dem alten häufig neue Lebensfreude und Aktivität und hilft den
späteren Trennungsschmerz leichter zu überwinden.